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DIE KIRCHE ST. DOROTHEA VON MONTAU IN DANZIG-NENKAU / GDAŃSK-JASIEN
ZEICHEN DER VERSÖHNUNG ZWISCHEN DEUTSCHEN UND POLEN
Es hat fast 20 Jahre gedauert bis die Kirche St. Dorothea von Montau in dem in Danzig eingemeindeten Ortsteil Nenkau – polnisch Gdansk-Jasien - nun fertig gebaut und feierlich eingeweiht wurde. Am 1. Juli 2007 wurde die Weihe durch den Erzbischof von Danzig/Gdańsk Dr. Tadeusz Gocłowski in feierlichem Rahmen vollzogen. Die Kirche St. Dorothea von Montau ist die erste Kirche im heutigen Erzbistum Danzig, die der Hl. Dorothea geweiht wurde. Die junge Gemeinde in Nenkau wurde 1979 gegründet, als es im Zuge des Tauwetters im kommunistischen Polen leichter möglich wurde, Genehmigungen für neue Kirchbauten zu erhalten. Sie hatte damals ca. 2.000 Seelen. Inzwischen wohnen in Jasien mehr als 10.000 Einwohner – Tendenz steigend. Zuerst diente der Gemeinde eine am Rande des Kirchbaugrundstücks 1981 errichtete Notkirche mit ca. 100 Plätzen als Gottesdienstraum. Begonnen wurde der Bau der heutigen Kirche dann im Jahr 1988. Gerhard Nitschke wurde damals von einem befreundeten Priester darauf aufmerksam gemacht, dass im Erzbistum Danzig eine Kirche gebaut und der hl. Dorothea von Montau geweiht werden sollte, deren Kult erst 1976 durch Papst Paul VI. für die Gesamtkirche anerkannt wurde. Weil Dorothea von Montau seit ihrem Tod zu Ende des 14. Jh. ununterbrochen im Weichselland als Heilige und Patronin für Versöhnung und Frieden zwischen Deutschen und Polen verehrt worden ist, war es für das Adalbertus-Werk e.V. keine Frage, diesen Kirchbau zu unterstützen, ist doch die Versöhnung zwischen Deutschen und Polen auch ein großes Ziel unseres Werkes.
1988 gab es jedoch nichts anderes, als ein großes Loch in der Erde. Eine Baugrube, die von Gemeindemitgliedern ausgehoben worden war. Viele Gemeindemitglieder engagierten sich, aber es mangelte an Baumaterial und Geld, da es in Polen keine Kirchensteuer gibt und der Neubau somit durch Spenden finanziert werden musste. Von Beginn an haben insbesondere die in Deutschland im Adalbertus-Werk e.V. zusammengeschlossenen vertriebenen Danziger Katholiken sich bei der Finanzierung des Baus engagiert. Die anfangs gesammelten Spenden und Kollekten waren jedoch immer nur „Tropfen auf den heißen Stein“, die einen Weiterbau nur mit ständigen Unterbrechungen ermöglichten. Nach der „Wende“, da sich in Polen allenthalben große Armut zeigte, wurde es für die Gemeinde immer schwieriger, aus eigener Kraft den Bau zu vollenden. Verstärkt war es erforderlich, dass sich Außenstehende darum bemühten, mitzuhelfen. Die Feier des 600sten Jahrestages des Todes der hl. Dorothea von Montau im Jahr 1994 gab dazu neuen Ansporn. Adalbertus-Werk e.V., die Katholische Studentenverbindung Baltia Danzig zu Aachen im CV (deren Mitbegründer Gerhard Nitschkes Großvater im Jahr 1904 war) und die „Gemeinschaft katholischer Männer und Frauen im Bund Neudeutschland“ gründeten auf Initiative des Düsseldorfer Architekten Gerhard Nitschke und seiner Frau Regina den Kirchbauverein St. Dorothea von Montau., der gerichtlich eingetragen und als gemeinnützig anerkannt wurde. Damit wurde es möglich, Spenden steuermindernd abzusetzen und auch finanziell potentere Förderer zu gewinnen. Dank des Spendenaufkommens im Kirchbauverein und in der Kirchengemeinde St. Dorothea von Montau in Danzig hatten im Sommer 2000 die Außenwände die Höhe des Dachgeschosses erreicht. Spontan beschlossen damals Vorstand und Mitglieder des Kirchbauvereins die Aufnahme eines Kredites, um die Fertigstellung des Daches noch vor dem Winter 2000/ 2001 zu erreichen. So konnte der Neubau vor Witterungsschäden geschützt werden. Ab September 2001 fand der Gottesdienst schon in der Oberkirche statt.
 Ermutigt durch den Baufortschritt erreichte die allmählich wachsende Gemeinde St. Dorothea von Montau über weitere Spenden das ersehnte Ziel der Fertigstellung der Kirche im Jahr 2007. Zwar fehlt eine Orgel, die Wege müssen zum Teil noch gepflastert werden, aber es war für alle Beteiligten ein erhebender Moment, als die Kirche geweiht wurde. Der Eigenleistung der Gemeinde stand die Spendenfreudigkeit des Kirchbauvereins nicht nach. So konnte der Kredit bis 2005 zurückgezahlt werden. Der Kirchbauverein hat, in DM gerechnet, mit mehr als 300.000 DM zur Errichtung der St. Dorotheenkirche beigetragen. Über Spenden, die nach dem Tod von Regina Nitschke, die 2005 verstarb, gesammelt wurden, konnte die Finanzierung des Taufsteins für die Kirche über den Kirchbauverein gesichert werden. Eine Inschrift am Eingang der Kirche weist auf dieses steinerne Symbol der Einheit und Verbundenheit im Glauben hin.
Die Inschrift in deutscher und polnischer Sprache lautet:
„Der Taufstein als Zeichen der Verbundenheit im Glauben erinnert an die Tätigkeit des auf Initiative von Gerhard und Regina Nitschke in Düsseldorf gegründeten Kirchbauvereins St. Dorothea von Montau für die Errichtung der Pfarrkirche. Mitglieder des Adalbertus-Werk e.V., Bildungswerk der Danziger Katholiken, der Katholischen Deutschen Studentenverbindung Baltia-Danzig zu Aachen und der Gemeinschaft Katholischer Männer und Frauen im Bund Neudeutschland in Köln haben mit ihren Spenden seit mehr als 20 Jahren den Bau der Pfarrkirche gefördert. Im Jahr des Herrn 2007“
Auch der Initiator des Kirchbauvereins, Gerhard Nitschke, hat die Fertigstellung der Kirche und des Taufsteins leider nicht mehr erleben können. Die Repräsentanten der verschiedenen Gemeinschaften, die den Kirchbauverein tragen – für die Baltia Eberhard Lilienthal, für den Bund Neudeutschland Georg Drost und für das Adalbertus-Werk Ingrid Neudeck und Viola Nitschke-Wobbe sind glücklich, dass dies Werk der Versöhnung vollbracht werden konnte. Das Ziel des Vereins – die Weihe der Kirche – ist erreicht. Somit wird der Kirchbauverein St. Dorothea von Montau nun aufgelöst. Gleichwohl werden Spenden von der Gemeinde weiterhin benötigt. Sie können unter dem Verwendungszweck: „Kirche St. Dorothea“ auf das Konto des Adalbertus-Werkes überwiesen werden und werden zweckgebunden weitergeleitet.
Adalbertus-Werk e.V., Postbank Essen BLZ 360 10043, Konto 151966435

Zur bleibenden Erinnerung an den festlichen Tag der Kirchweihe am 1. 7. 2007 übergab der Vorstand des Kirchbauvereins der Gemeinde St. Dorothea von Montau eine handgestickte Stola zum liturgischen Gebrauch an festlichen Tagen. Auf einer Seite ist der Dom in Marienwerder an der Weichsel dargestellt. In einer Klause neben dem Chorraum hat die Heilige Dorothea von Montau die letzten Jahre ihres Lebens in Gebet und Meditation über die Eucharistie verbracht. Auf der anderen Seite ist die Taube mit dem Ölzweig eingestickt, das Versöhnungszeichen Gottes mit den Menschen nach der Sintflut. Es soll auch das Versöhnungszeichen zwischen unseren Völkern nach der „Sintflut“ des Krieges sein, ein Zeichen der Freundschaft in einem freien Europa. Möge die heilige Dorothea stets eine Fürsprecherin dieser mit dem Kirchbau gewachsenen Freundschaft sein. Und mögen wir als Deutsche und Polen bei vielen Besuchen in der Zukunft diese Freundschaft und die Gemeinschaft im Glauben weiter pflegen und bewahren.
Februar 2008
Georg Drost Gerhard Nitschke (2003) Wolfgang Nitschke
Die von der Mitgliederversammlung des Kirchbauvereins im Juli 2007 beschlossene Auflösung des Kirchbauvereins wurde im April 2008, die Löschung des Kirchbauvereins im Mai 2009 im Vereinsregister des Amtsgerichts Düsseldorf eingetragen. Wir danken all unseren Freunden und Spendern nochmals sehr herzlich für ihren Zuspruch und ihre Zuwendungen. Wir hoffen, dass der Kirchbau zu Ehren der Hl. Dorothea allen Segen bringt und diese Kirche ein Ort der Begegnung zwischen uns und unseren polnischen Glaubensgeschwistern bleibt.
Juni 2009
Eberhard Lilienthal Viola Nitschke-Wobbe Ingrid Neudeck Georg Drost
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