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Neue Chancen

NEUE CHANCEN


Schon beim ersten Gementreffen 1947 bekundeten die Teilnehmer ihre Bereitschaft zur Versöhnung mit den neuen Bewohnern ihrer Heimat. Auf die damals über BBC London verbreitete Botschaft reagierte die polnisch-kommunistische Nachrichtenagentur mit Feindseeligkeit. Die Gemeinschaft ließ sich dadurch nicht beirren, auf dem begonnenen Weg weiterzugehen. Die Beschäftigung mit der Geschichte des Nachbarvolkes und der deutsch-polnischen Beziehungen, die Aufarbeitung der beiderseitigen Traumata, die interlektuelle und emotionale Vorbereitung auf einen künftigen Dialog mit den Menschen des Nachlbarvolkes nahmen einen breiten Raum der Bildungsarbeit - insbesondere auf den Gementreffen - ein.

Dennoch gab es bis 1989 nur die Möglichkeit, den Dialog im privaten Rahmen bei gegenseitigen Besuchsreisen nach oder aus Danzig aufzunehmen, wenn es auch Mitte der 50er Jahre gelang, einige Exilpolen nach Gemen einzuladen, wie auch Anfang der 80er Jahre vereinzelt Gäste aus Danzig, die jedoch weitgehend anonym bleiben mußten. Das hat sich mit der "Wende" in Ostmitteleuropa schlagartig verändert: die neuen Chancen eines Dialogs sind unermeßlich, sie fordern von uns, die seit 1947 stets wiederholten Absichtserklärungen nun konkret in die Tat umzusetzen.

So sind seit dem die Gementreffen in immer stärkerem Maße zum Forum des offenen Dialogs mit einem sich stetig vergrößernden Teilnehmerkreis aus Polen, aber auch aus anderen Ländern Ostmitteleuropas geworden. Es begann 1990 mit der Teilnahme von zwei polnischen Gästen, zu denen bereits Adam Krzeminski als Referent gehörte; 1992 waren unter den Referenten Gäste aus sechs ostmitteleuropäischen Ländern, beim 50. Gementreffen waren allein ca. 70 Teilnehmer und Mitwirkende aus dem heutigen Danzig dabei, außerdem Referenten aus sieben weiteren europäischen Ländern.

Neben dieser neuen Chance, die Gementreffen nach mehr als 40 Jahren der "Hoffnung wider die Realität" endlich zum Ort der Begegnung und des Gesprächs zwischen Deutschen und Polen zu machen. gibt es nun auch die Chance, eine wirkliche Brücke des Dialogs nach Danzig zu schlagen. Nachdem auch hier bereits seit 1988 auf Studienfahrten Begegnungen in größerern Rahmen - insbesondere im kirchlichen auch mit dem Bischof von Danzig - möglich wurden, finden seit 1994 jährlich deutsch-polnische Studientagungen in Danzig im Maximilian-Kolbe-Haus statt. An diesen nehmen neben den aus Deutschland anreisenden Mitgliedern des adalbetuswerkes vor allem Mitglieder des Bundes der deutschen Minderheit und der Gesellschaft Polen-Deutschland in Danzig teil, so daß sich neben dem deutsch-polnischen auch ein Dialog innerhalb Danzigs ergibt, der sich als notwendig und förderlich erweist.

Thematisch wird auf diesen Tagungen die Aufarbeitung der ganzen Fülle an historischen, kulturellen und kirchlichen Themen angegangen. die zwischen Polen und Deutschen - besonders aber zwischen polnischen und deutschen Danzigern - einer Aufarbeitung bedarf, Daneben stehen musische Veranstaltungen und Exkursionen, die vor allem den menschlichen Kontakt vertiefen und Freundschaft möglich machen.
   

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